Archiv für den Monat Oktober 2015

Morgen geht der NaNoWriMo 2015 los!

Morgen geht der NaNoWriMo 2015 los! Ich bin schon ganz gespannt und hoffe, dass ich trotz neuer Uni und Umzugsstress durchhalten werde! Aber ich hab es mir fest vorgenommen. Zu meinen Vorbereitungen kommt jetzt noch ein allerletzter Punkt: ich habe mir über meine Zeit Gedanken gemacht. Also: wann schaffe ich es pro Tag so viel zu schreiben, ohne den Rest zu vernachlässigen?

Dafür ist es sinnvoll, gezielt Zeitfenster zu suchen. Also nutzt den heutigen Tag oder macht eine kurze Pause während ihr diesen Text hier lest und sucht mal ganz bewusst: wann könnt ihr schreiben, ohne euer restliches Leben zu vernachlässigen?

Moment! Vernachlässigen? Restliches Leben? Schreiben sollte ein Teil deines Lebens sein, wenn du es wirklich gerne machst. Heißt es sollte dir leicht fallen, Zeitfenster dafür zu finden. Aber ich weiß wie das ist.. manchmal traut man sich einfach nicht anzufangen, man hat eine Schreibblockade, der Beruf oder die Familie fordert einen anderweitig. Aber Schreiben, das ist ganz allein für dich. Und auch wenn du viele Verpflichtungen hast, solltest du ab und zu auch etwas mal nur für dich tun. Denk daran, wenn du deinen Tag planst.

So, nun aber zu den Zeitfenstern, die ich gefunden habe:

  • Die Zeit nach dem Aufstehen und vor dem Duschen gehen. Du hast dort keine? Dann schaff dir einfach welche und stehe nur 10 Minuten früher auf.
  •  Analog dazu: die Zeit vor dem Schlafen gehen
  • Während das Essen kocht
  • Schreiben statt fernsehen
  • In meinem Fall: zwischen Univorlesungen, alternativ: die Pause im Job (außer, du musst sie irgendwie anderweitig verbringen, mit Essensmeetings oder so).

Vermutlich gibt es noch viele mehr (darüber werde ich mir in einem späteren Eintrag mal Gedanken machen (Doppelklammer! 😀 Keine Angst, immer, wenn ich sowas schreibe, dann notiere ich das alles extern, damit ich auch wirklich dran denke)).

So. Meine Vorbereitungen sind abgeschlossen für den NaNoWriMo: ich habe ein Scrapbook, ein Ideenglas, den Motivationskalender und mir Gedanken über meine Zeit gemacht. Ich wollte euch jetzt noch einmal eine Sammlung wichtiger Links zusammenstellen, damit ihr auch gerüstet seid:

Die offizielle NaNoWriMo-Seite

Die Schreibwerkstatt – ein Forum, in dem man sich gegenseitig motivieren kann

Die NaNoWriMo  Facebook Seite

Und wem das alles noch nicht genug ist: Das NaNoWriMo Camp!

So, ich hoffe, ihr seid alle schön motiviert und würde mich freuen, wenn ihr über eure Ergebnisse berichtet! Ich werde jetzt im November immer zwei Beiträge die Woche posten, sonst fürchte ich, schaffe ich das alles nicht 😀
Achja und als Gruselfan natürlich: Happy Halloween euch allen 😀

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Wie finde ich den richtigen Verlag?

Das Exposé ist geschrieben und in Gedanken sehe ich meinen Roman schon in einer Buchhandlung stehen. Doch Halt! Wenn ich mein Manuskript einschicken will, dann ist natürlich eine ganz wichtige Frage: An welchen Verlag schicke ich es? Wer sollte überhaupt Interesse daran haben, ausgerechnet mein Manuskript zu veröffentlichen? So trivial sich diese Frage auch anhört, die Auswahl des passenden Verlags für eine Veröffentlichung ist essentiell für den Erfolg meines Versuches, mein Manuskript auf den Markt zu bringen (und dann auch irgendwann in meine Lieblingsbuchhandlung).

Welcher Verlag passt zu meinem Manuskript?

Natürlich könnte ich mein Manuskript auch einfach an jeden Verlag schicken, der auf dieser Welt existiert. Aber das wäre nicht nur unprofessionell und unnütz, sondern vor allem auch teuer. 😀 Denn in ein Anschreiben kommt ja nicht nur das Exposé, sondern eventuell auch eine Leseprobe und das frisst Tintenpatronen (was genau alles in ein Verlagsanschreiben kommt, damit beschäftige ich mich in einem späteren Artikel noch einmal genauer). Also, wie wähle ich denn nun den richtigen Verlag für mein Manuskript aus? Bei dieser Überlegung muss man die Interessen des Verlags mit einbeziehen. Was will der Verlag? Das Buch am Ende verkaufen. Heißt für den Verlag sind vor allem zwei Dinge wichtig: In welchem Genre spielt das Manuskript, passt es überhaupt in unser Programm? Und welche Zielgruppe spricht es an, sprich wie viele Käufer werde ich am Ende haben?

Genre

Jeder Verlag hat eine Auswahl von Genre, in deren Rahmen er Bücher verlegt. Der Verlag definiert sich über das Genre, er weckt Erwartungen für zukünftige Bücher, entwickelt ein Profil für die Öffentlichkeit. Wenn ein Jugendbuchverlag auf einmal ein Erotikbuch herausbringt, dann ist seine Leserschaft enttäuscht / pikiert / irritiert. Wenn ich aber genau weiß, dass ein bestimmter Verlag nur Bücher in meinem Lieblingsgenre bringt, die allesamt bisher gut waren, dann sind meine Kaufhemmungen für ein neues Buch dieses Verlags eher gering und der Verlag profitiert davon.

Zielgruppe

Bei der Frage: an wen lässt sich das Manuskript verkaufen, spielt die Zielgruppe eine Rolle. Sie muss annehmbar groß sein. Weibliche Leser, die Liebesromane mögen, sind zum Beispiel eine annehmbar große Zielgruppe. Soldaten, die Aliens lieben und zwischen 50 und 52 Jahre alt sind, ist keine so große Zielgruppe, bringen dementsprechend auch nicht genug Umsatz (auch wenn ich nicht weiß, wie genau so ein Manuskript für diese Zielgruppe aussehen würde :D). Aber ich hoffe, dass das Prinzip klar wird.

Wie finde ich den passenden Verlag?

Also, wir müssen schauen, dass unser Manuskript zu dem Verlag passt. Aber woher wissen wir überhaupt, welche Verlage es gibt? Und wie sie zu uns passen? Um eine Übersicht zu gewinnen, gibt es natürlich verschiedene Wege.

Die Buchhandlung

Zunächst mal der klassische Weg: ich geh in eine Buchhandlung, in die Abteilung, dessen Genre meinem Manuskript entspricht und schreib erst einmal alle Verlagsnamen, die auf den einzelnen Büchern stehen, stumpf ab. Hat zum Vorteil, dass ich direkt weiß, ob der Verlag im groben zu meinem Manuskript passt. Heißt natürlich auch: wenn ich einen Liebesroman schreibe, dann schaue ich auch nur in dieser Abteilung und schreibe nicht einfach alle Verlage ab, die ich in der gesamten Buchhandlung finde.

Das Internet

Auch im Internet gibt es Übersichtslisten von verschiedenen Verlagen, die dort kurz ihr Verlagsprogramm vorstellen. Das ist allerdings mit ein bisschen googeln verbunden. Manche Foren bieten solche Linkkisten auch an, sonst schaut dort einfach mal! Hier habe ich euch auch einmal einen Link mit einer Übersicht rausgesucht:

http://www.literatur-verlage.de/

Bleiben wir einmal bei dem Beispiel des Liebesromans. Liebesroman ist ja nicht gleich Liebesroman. Es gibt sie für junge Leser (ab 12 Jahren), für Erwachsene, es gibt tragische Liebesgeschichten, Liebesgeschichten voller Erotik, klassische Liebesliteratur. Das Angebot ist vielfältig. Und so sind es auch die Spezialisierungen der Verlage, die Liebesliteratur anbieten. Also bevor ihr jetzt alle anschreibt, die ihr unter diesem Genre gefunden habt, sei es im Internet oder in der Buchhandlung, solltet ihr die Internetseite des Verlags checken, bei dem ihr euch bewerben wollt. Das hat mehrere Vorteile:

  • Ihr könnt so überprüfen, ob euer Manuskript wirklich in das Verlagsprogramm passt (ist das Genre richtig und auch die genaue Ausrichtung des Genres; spreche ich das für den Verlag richtige Zielpublikum an? Sind die bisher verlegten Romane meinem ähnlich?)
  • Ihr erfahrt dort, was genau in das Anschreiben an den jeweiligen Verlag muss
  • Ihr erfahrt, wohin ihr euer Anschreiben schicken müsst und evtl. sogar, ob überhaupt neue Manuskripte gesucht werden

Natürlich werdet ihr vermutlich nicht nur einen Verlag anschreiben, sondern mehrere. Was es dabei alles zu beachten gibt, was in ein Verlagsanschreiben kommt und wie man den Überblick behält, darum kümmere ich mich in den nächsten zwei Artikeln :).

Der NaNoWriMo Motivationskalender

Mit riesigen Schritten rückt der NaNoWriMo näher und heute kommt ein allerletzter Bastel/Motivations-Post von mir, bevor ich mich dann auch langsam bereit mache 😀 An Halloween kommt dann noch einmal ein Sammelblogeintrag mit Links und einigen letzten gesammelten Tipps – und dann können wir uns in den NaNoWriMo stürzen! Ich werde euch dann jede Woche ein Update geben, wie es so klappt. Und natürlich geht es weiter mit den normalen Blogeinträgen, heißt der November steht noch ganz im Zeichen von: Wie veröffentliche ich mein Manuskript? Wie finde ich einen guten Verlag?

Nun kommen wir aber zum heutigen Thema: dem NaNoWriMo Motivationskalender. Eigentlich eine ziemlich simple, aber durchaus coole Sache, wie ich finde. Das Prinzip ist auch recht simpel: Ihr nehmt euch ein großes Blatt Papier, teilt es in 30 Kästchen (für jeden November-Tag eines), nummeriert sie und füllt sie mit motivierenden Sprüchen. Also im Sinne von: „Du schaffst das!“, „Hälfte ist rum!“, etc. Alternativ kann man natürlich auch an jedem Tag reinschreiben, wie viele Worte man geschafft hat oder wie viele man schaffen müsste. Und dann kann man schön jeden Tag abkreuzen.

Um euch das zu verdeutlichen, hab ich hier verschiedene Links bereit gestellt, die das ganze visualisieren (meiner ist noch nicht fertig, Uni ist mal wieder zeitfressender als gedacht :D):

http://www.schreibwerkstatt.de/wallpaper-icons-co-t13101.html (eine Sammlung verschiedener Motivationskalender aus meinem Lieblingsforum, das ja jetzt leider schließt :(( )

Beispiel 1

Beispiel 2

Ihr seht, es gibt wirklich witzige Ideen und der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Ich hoffe, ich bekomme meinen noch fertig (ich befürchte schon, ich schaff den NaNo nicht, weil ich einfach noch bis Mitte November an meinen Vorbereitungen sitze xP ).

Habt ihr auch einen Motivationskalender? Wie sieht er aus?

Auf der Frankfurter Buchmesse

Wie versprochen folgt noch mein Bericht zur Frankfurter Buchmesse 2015!

Ich war ja zum ersten Mal da dieses Jahr und zum ersten Mal auch überhaupt auf einer Buchmesse und ich muss sagen, ich war schwer begeistert! 🙂

Gefahren bin ich von der Mayersche Buchhandlung. Die hatten das als Event angeboten und man konnte von verschiedenen Städten aus losfahren. Also mit einer lustigen und bücherverrückten Truppe zusammen in einem Reisebus gequetscht – und los ging es. Zu Beginn hatte die Leiterin der Tour schon Büchertüten der Mayersche verteilt mit Gutscheinen, die man auf der Messe einlösen konnte und drei Büchern. Die dreistündige Fahrt kam mir also gar nicht mehr so lang vor.

Auf der Buchmesse angekommen war ich dann erstmal überwältigt von der Größe. Kleine Shuttlebusse fahren einen zu den verschiedenen Hallen (die zugegebenermaßen aber auch sehr schnell zu Fuß erreichbar sind. Außerdem gibt es auf dem Weg schöne Stände mit Schmuck und Holzfiguren und solchen Dingen). In jeder Halle sind dann tausende Stände, geordnet nach Themen. Ich denke, da ist wirklich für jeden was dabei. Unser Busfahrer, der von sich selbst sagte er sei „nicht so ein Büchertyp, eher ein Technikfan“,hat einfach mal 9 Stunden in der Comic – Halle verbracht.

Ich habe mir während des ganzes Tages Vorträge angeschaut (es gab Autoren-Interviews, Lesungen, aber auch Vorträge zu Themen wie: „Wie veröffentliche ich mein Buch?“ „Was ist wichtig bei der Verlagswahl?“. etc), bin durch die Hallen gezogen, hab mich mit den Leuten dort unterhalten (es gibt ja nicht nur Fiction und Non-Fiction Abteilungen, sondern auch Wirtschaft, Stipendienvorstellung, Wissenschaftsabteilungen, ach einfach alles). Gegen Mittag habe ich mal eine Pause eingelegt und habe mich auf eines der riesen Sitzkissen gesetzt, die draußen auf dem Gelände verteilt waren. Überall standen Bücherregale rum und man durfte sich einfach eins nehmen und loslesen. War eine super Atmosphäre und eine gute Gelegenheit für eine Pause.

Insgesamt war es ein bisschen wie Kirmes – nur mit Büchern 😀 Mir hat es sehr gut gefallen. Einziges Manko: es war zwischenzeitlich einfach zu voll. Also das war wirklich nur noch ein einziges Geschiebe und Gedränge (zu der Zeit habe ich dann meine Lesepause eingelegt :D). Vielleicht ist das bei einer kleineren Messe anders oder zumindest nicht ganz so schlimm. Aber auf jeden Fall war der Tag ein Erlebnis und ich kann es nur jedem Empfehlen! Nach neun Stunden sind wir dann wieder zurück gefahren – mit den Taschen voller Leseproben, Werbegeschenken und neuen Büchern!

Ward ihr schon einmal in Frankfurt auf der Buchmesse oder auf einer anderen? Was hat euch da besonders gefallen und was nicht so?

Dos und Don’ts im Exposé

Nachdem ich im letzten Bericht schon darauf eingegangen bin, was genau in ein Exposé gehört, möchte ich mich heute vor allem damit beschäftigen, wie man denn jetzt genau die Inhaltsangabe schreibt, also die Dos and Don’ts beim Schreiben eines Exposés zusammentragen. Der Artikel basiert auf dem Buch von H.P. Roentgen (also sämtliche Kritik bitte an ihn ;D).

Dos:

✔ Eine vernünftige Inhaltsangabe besteht aus Anfang, Mittelteil und Ende. Der Hauptkonflikt sollte hierbei auf jeden Fall ersichtlich werden: was ist also der zentrale Konflikt in deiner Geschichte? Welche logischen Schlussfolgerungen sind dafür wichtig?

✔ Fasse dich kurz! Nicht mehr als 2 Seiten, lieber weniger!

✔ Passe deinem Exposé deinem Text an. Ist dein Exposé sehr lustig, eine Komödie quasi? Dann ist es auch in Ordnung das Exposé in einem heiteren Tonfall zu schreiben. Nur übertreiben sollte man dabei nicht.

✔ Was steht in deinem Manuskript auf dem Spiel? Das sollte immer klar sein und auch im Exposé deutlich werden.

✔ Show, don’t tell. Ein immens wichtiger Satz für Autoren. Natürlich sollte das Exposé kurz sein, aber trotzdem sollte man Dinge lieber beschreiben als schlicht und ergreifend zu behaupten.

✔ Benutze einen klaren und verständlichen Stil. Verzichte auf umständliche Satzkonstruktionen und Mammutsätze.

✔ Orientiere dich am Spannungsbogen deiner Geschichte. Auch das Exposé sollte den Spannungsbogen inhaltlich Aufrecht erhalten.

Don’ts:

✘ Zu viele Charaktere beschreiben. Wenn es sich nicht gerade um den Hauptcharakter handelt, müssen die Figuren im Exposé nicht unbedingt einen Namen haben, es reicht, ihre Funktion zu benennen (z.B. „der Vater“).

✘ Unspezifisch werden. Jede Handlung sollte nachvollziehbar beschrieben sein. Vermeide Aussagen wie „Es passierte irgendwie“, „Auf einmal war das so und so“.

✘ Vermeide gleichlautende Namen. Gerade im Fantasy-Bereich sind die Namen oft sehr komplex. Wenn dann alle mit dem Buchstaben V anfangen oder – noch schlimmer – mit Val oder Wal oder keine Ahnung, einer längeren Kombination aus Buchstaben eben, ist die Verwechslungsgefahr beim Leser riesig.

✘ Vermeide allgemeine Phrasen. Sei konkret!

✘ Vermeide eine reine Ansammlung von Szenen. Beschreibe nicht jede Szene, sondern lasse im Exposé den übergeordneten Zusammenhang deutlich werden.

✘ Vermeide „Deus ex Machina“. Also eine plötzliche Lösung, die einfach so da ist. Im Exposé sollte sich alles aus logischen Schlüssen ergeben. Wenn du einen Deus ex Machina findest, solltest du dich vielleicht noch einmal an deinen Text setzen.

✘ Der Held sollte nichts „erfahren“. Er sollte alles erleben oder herausfinden. Wenn du solche Stellen in deinem Exposé findest, dann setze dich auch noch einmal an deinen Text.

So, das waren sie erst einmal, einige der gesammelten Tipps zum Schreiben eines Exposés. Habt ihr sonst noch welche? Oder seid ihr mit einem oder mehreren der Punkte nicht einverstanden?

Das NaNoWriMo Ideenglas

Der Bastel-Noob meldet sich zurück! 😀 Nachdem ich mir schon bei dem basteln eines eigenen Scrapbooks für den NaNoWriMo  2015 einen abgebrochen habe (egal, dafür ist es mit Liebe gemacht! :D), werde ich euch heute zur großen NaNoWriMo Vorbereitung für den November eine weitere coole Idee vorstellen. Und diesmal sogar so einfach, dass sogar ich es unter drei Stunden Arbeitszeit und ohne massive Schimpftiraden schaffen sollte! Scherz beiseite, die Idee habe ich in einem Schreibforum gesehen und finde sie wirklich super: das NaNoWriMo Ideenglas.

Was ist das und wofür brauch ich es? 

Das NaNoWriMo Ideenglas, ist wie der Name schon sagt, ein Glas voller Ideen, damit einem nicht mitten im NaNoWriMo auf einmal die Kreativität verlässt und man in eine Schreibblockade fällt. Dementsprechend ist es auch ganz einfach zu basteln: man nehme ein altes Marmeladenglas, spüle es aus und mache das häßliche Papier drumherum ab. Dann bemalt und beklebt man das Glas so, wie man möchte (für die ganz Verrückten hier: man kann es auch mit Servietten Technik bekleben und bekleistern, oder mit Windowcolor, falls es das noch gibt). Für Faule reicht es vielleicht auch, wenn man einfach ein hübsches Band mit Schleife darum bindet. Der wirklich wichtige Teil ist sowieso der Inhalt: nehmt euch buntes Papier und schneidet kleine Zettel daraus. Und dann schreibt ihr Ideen auf diese Zettel, möglichst allgemein. Also zum Beispiel:

  • Der Prota bekommt ein unerwartetes Geschenk
  • Zwischen zwei deiner Personen bahnt sich eine Liebesgeschichte an
  • in der Szene spielt ein Streit eine große Rolle
  • Person Q erleidet einen Unfall
  • ein Raumschiff landet

So in der Art. Natürlich könnt ihr eure Zettel-Ideen abhängig von eurem Genre machen (was vielleicht auch Sinn gibt) und je nachdem, wofür ihr den NaNoWriMo nutzt auch unsinnige Einfälle aufschreiben. Wenn es euch nur darum geht die 50 000 Wörter zu schreiben, ist es vielleicht ganz witzig, so ausgefallene Sachen wie nur möglich auf die Zettel zu schreiben. Das Prinzip ist dann folgendes: ihr stellt das Glas gefüllt mit den bunten Zetteln auf euren Schreibtisch und immer, wenn ihr nicht weiter wisst, zieht ihr einen Zettel – und müsst die darauf stehende Idee dann in eurem Tagesbeitrag umsetzen.

Wem das zu abgedreht ist, oder wer, wie ich zB, schon eine Geschichte geplottet hat, die er während des NaNoWriMo schreiben möchte, der kann das Ideenglas auch ganz schnell in ein Motivationsglas umwandeln. Statt Ideen einfach Motivationssprüchen auf die Karten schreiben und immer in einer Tiefphase oder bei einer drohenden Schreibblockade eine Karte ziehen.

Ich finde die Idee ganz witzig, deshalb dachte ich, ich teile sie mal mit euch! Falls ihr also gute Motivationssprüche habt – immer her damit, in meinem Glas ist noch Platz! 😀

Was gehört alles in ein Exposé?

Heute möchte ich mich mal ein bisschen allgemeiner damit befassen, was das Exposé genau ist und was alles hinein kommt. Im nächsten Beitrag geht es dann um die Dos and Don’ts beim Schreiben eines Exposés (basierend größtenteils auf dem Buch „Drei Seiten für ein Exposé von H.P. Roentgen).  Die Definition des Exposés habe ich ja in einem meiner letzten Beiträge schon behandelt, aber hier noch einmal die kurze Zusammenfassung:

Ein Exposé ist eine übersichtliche Zusammenfassung deines Romanprojekts.

Im Exposé sollten enthalten sein:

  • Name des Autors
  • Arbeitstitel des Manuskripts
  • Genreder Geschichte
  • Zielgruppe
  • Längedes Manuskripts in Normseiten
  • Personenbeschreibung
  • Eine vollständige Inhaltsangabe
  • Hintergrund der Geschichte

Wobei ich jetzt auch schon gehört habe, und an dieser Stelle auch noch einmal vielen Dank an alle Leute, die sich immer meine quälenden Fragen anhören oder einfach so Tipps geben ( :D), dass man ein Exposé so kurz wie möglich halten sollte. Dementsprechend kann man darüber nachdenken, ob man die Personenbeschreibung und die Beschreibung der Hintergrundgeschichte nicht weglässt und nur mit einer vollständigen Inhaltsangabe überzeugt.

Was ist der eigentlich Zweck eines Exposés? Der Leser, in dem Fall der Agent, an den ihr euer Anschreiben schickt und von dem ihr hofft, dass er Potenzial in eurem Manuskript sieht, soll von eurer Idee, eurer Ausarbeitung überzeugt werden. Ein Lektor oder Agent, der jeden Tag über 30 Manuskripte zugeschickt bekommt, kann diese gar nicht alle lesen. Also braucht er etwas, das in möglichst kurzer Zeit zu lesen ist und die Geschichte einmal komplett darstellt: Tada, das Exposé. Ist er von der Idee und der Struktur der Geschichte überzeugt, dann wird er sich eurer Leseprobe widmen und dann entscheiden, ob es sich weiter in euer Manuskript vertieft. Ihr seht, das Exposé ist enorm wichtig. Bei einem schlechten Exposé wird euch einfach direkt eine Absage geschickt und die Chancen auf eine Veröffentlichung schwinden. Oder verpuffen. Oder so.

Aber auch einem selbst kann das Schreiben eines Exposés weiterbringen. Wenn man es nicht schon vor dem eigentlichen Prozess des Schreibens geschrieben hat (Hilfe Wortdopplung ;D), dann hilft es einem im Nachhinein noch Logikfehler oder Sprünge in seinem Manuskript zu entdecken. Warum sollte man das Exposé schon vor dem eigentlichen Schreiben fertig haben? Na zum Beispiel, wenn man mit der Schneeflockenmethode plottet. Auch dort schreibt man in der Planungsphase ein Exposé. Natürlich sollte man nicht blind dieses mitschicken, so frei nach dem Motto: „Ach ich hab da ja mal was geschrieben, das schick ich jetzt!“. Vergesst nicht, euer Exposé ihr eure Bewerbung, eure Eintrittskarte im Besten Fall zum Traum von einem eigenen verlegten Buch! Gebt euch also Mühe und überarbeitet es, feilt daran herum, macht es perfekt (Wie man das genau macht bzw. worauf man dabei achten muss, stell ich in meinem nächsten Artikel zum Thema Veröffentlichung vor!).

Ich denke viele der oben aufgeführten Punkte erklären sich von selbst, trotzdem möchte ich zum Inhalt des Exposés immer noch ein zwei Sätze schreiben von Dingen, die ich aufgeschnappt habe.

  • Arbeitstitel des Manuskripts                                                                                                                             Jedes Manuskript hat einen Namen. Vermutlich. Und wenn nicht wird es spätestens beim Schreiben des Exposés Zeit, einen spannenden zu finden. Der Verlag selbst wird dein Buch höchstwahrscheinlich trotzdem anders nennen, aber es kann nie schaden schon durch den Titel Neugier zu wecken.
  • Genre der Geschichte                                                                                                                              Bevor man schreibt, ist man sich im Allgemeinen klar darüber, in welchem Genre man schreibt. Ist es ein klassisches wie etwa „Krimi“ oder „Fantasy“? Super, dann schreib genau das dahin. Manche Leute sind davon überzeugt, dass sich ihr Projekt nicht in ein Genre einordnen lässt, sondern verschiedene anspricht. Dies mag der Fall sein, kann sich aber bei der Verlagssuche als schwierig erweisen. Woher soll der Agent oder Lektor wissen, unter welchem Genre er vermarkten und verkaufen soll? Wie soll die Zielgruppe aussehen? Deshalb geben diverse Schreibratgeber den Tipp, das Genre möglichst genau einzugrenzen.
  • Zielgruppe                                                                                                                                                     Als Ergänzung zu 2. Wie stellst du dir die Leser deines Buches vor? Also jetzt nicht im Detail, aber du musst eine grobe Vorstellung haben, für wen du schreibst. Ich schreibe ein Jugendbuch zum Thema Horror mit einer technischen Komponente. Ich muss mir also Gedanken über das Alter meiner Zielgruppe machen, vielleicht auch über das Geschlecht (Technik und Horror sind eigentlich typische „Jungs-Themen“ auch wenn ich diese Stereotypisierung ganz ätzend finde).
  • Länge deines Manuskripts in Normseiten                                                                                                       Erklärt sich eigentlich von selbst, wer noch einmal nachlesen möchte, was Normseiten genau sind, der klicke bitte hier. 😀
  • Personenbeschreibung                                                                                                                                  Eine Übersicht über die wichtigsten Hauptpersonen und (vor allem!) ihre Motive, Ziele und ihre Veränderung während der Geschichte. Wichtig hierbei: keine reine äußerlichen Beschreibungen und nicht mehr als 5 Personen erwähnen. Wie gesagt, ich habe jetzt aber auch schon gesagt bekommen, dass man diese lieber weglassen sollte, weil es sonst einfach zu viel wird. In der Kürze liegt die Würze 😛
  • Die vollständige Inhaltsangabe                                                                                                                     In meinen Augen der schwerste Teil. Die vollständige Inhaltsangabe dient dazu, dass der Lektor oder der Agent sehen kann, ob

a) deine Geschichte in das Verlagsprogramm passt

b) inhaltlich logisch ist und komplett ausgearbeitet

c) die Geschichte spannend ist und sich dafür ein Verkaufspublikum finden lässt

d) ob das Zielpublikum groß genug ist, um mit der Geschichte auch Geld zu verdienen.

D.h. für uns als Schreiberlinge, dass wir mit unserer Inhaltsangabe einen Art kritischen Käufer überzeugen müssen.             Hierbei gibt es mehrere Regeln, die ich in meinem nächsten Artikel zu dem Thema besprechen werde (dieser hier               wird einfach immer länger und länger). Kurz zusammengefasst jedoch schon einmal folgendes: Die Inhaltsangabe               soll informieren und Lust auf die Geschichte machen. Sie erzählt die komplette Geschichte, also Anfang, Mittelteil               und Schluss. Sie dröselt die zugrunde liegende Logik und das Konzept der Geschichte auf. Sie lässt keinen Platz für           Vermutungen oder Geheimnisse. Trotzdem wird nicht jede winzige Gegebenheit der Geschichte darlegt, aber der               rote Faden muss erzählt werden. Es werden keine Dialoge oder Zitate benutzt.

  • Hintergrund der Geschichte                                                                                                                              Manche bauen noch einen Abschnitt zum Hintergrund der Geschichte ein. Spielt dein Manuskript zu einer besonderen Zeit und warum? Oder in einer neuen Welt mit anderen Regeln, die man verstehen muss? Wichtig ist auch hier: nicht zu lang! Kein Agent oder Lektor wird die Zeit haben, eure auf 7 Seiten dargestellte neu erfundene Weltbeschreibung zu lesen, auch wenn ihr euch da sehr viel Mühe mit gegeben habt!

So, das war es erst einmal zum allgemeinen Aufbau des Exposés. Habt ihr schon einmal eins geschrieben? Welche inhaltlichen Punkte habt ihr weggelassen und warum? Was für Erfahrungen habt ihr gemacht?

Wie bastel ich ein NaNoWriMo Scrapbook?

Es ist Oktober, die Blätter haben sich verfärbt und fallen eifrig von den Bäumen: es wird Zeit, für die NaNoWriMo Vorbereitung (für all jene, die nicht wissen, was der NaNoWriMo ist, bitte einmal hier klicken ;) ). Dieses Jahr bin ich ja zum ersten Mal dabei und habe mich ein bisschen von dem Hype anstecken lassen. Deshalb widme ich diesem Blogeintrag einer ganz besonderen Sache: dem NaNoWriMo Scrapbook!

Was ist das?

Das NaNoWriMo Scrapbook ist eine Art Tage- und Krikelbuch, speziell für den Monat November. Jede Seite steht für einen Tag des Monats auf dem alle Gedanken, Fortschritte, die Verzweiflung rund um das Thema NaNoWriMo festgehalten werden. Es ist Motivationshilfe, Taschentuchersatz, Eckpfeiler und Triumpfbuch zugleich.

Woher bekomme ich ein Scrapbook?

Also das coolste ist natürlich, wenn man sein Scrapbook einfach selber bastelt. („Einfach“ haha – weil ich ja auch so ein Bastelgenie bin). Es gibt dazu einige Videos und tolle Beiträge in DIY Blogs (die ich nur lese, weil ich es so toll finde, was man theoretisch alles basteln kann, wenn man den in der Hinsicht irgendein Talent hat :D). Aber ich versuche einfach trotzdem mal, euch hier eine Anleitung zu geben (wenn auch leider ohne Fotos). Also, ihr braucht:

  • 10 DIN A 4 Blätter für den Inhalt
  • Eine DIN A 5 Pappe (schön bunt)
  • Etwas zum Verzieren für den Einband (schöne Tapete oder Geschenkpapier)
  • Nadel & Faden
  • Ein Stück Stoff
  • Schere & Kleber

Den Einband basteln

Nehmt die DIN A 5 Pappe und schneidet sie so zu, dass ihr ein Deckblatt und ein identisch großes Stück Pappe für die Rückseite habt (wieso dann nicht gleich eine DIN A 4 Pappe nehmen? Weil der Einband dann nicht über den Inhalt steht und die Inhaltsseiten verknicken können, das wäre nicht so schön. Für Arbeitsfaule ist das aber prinzipiell natürlich schon möglich ;D ). Auf der Vorderseite von vorderen Einband und hinteren Deckel klebt ihr nun die hübsche Tapete, das Geschenkpapier etc. Also irgendwas, um es zu verzieren. Natürlich könnt ihr auch was malen… oder es weiß lassen, wie ihr wollt. Nun legt ihr den Einband und den Deckel vor euch, mit der Vorderseite auf dem Tisch, dass ihr die Rückseite anschaut (ja man merkt, ich hab echt keine Erfahrungen in solchen Anleitungen). Ihr lasst zwischen den beiden Teilen eine etwa zwei Zentimeter breite Lücke. Schneidet ein Stück Stoff zu und klebt es auf die Rückseiten von Einband und hinteren Deckel, sodass die Lücke gefüllt ist (ihr habt somit gerade den Buchrücken gebastelt).

Den Inhalt binden

Lasst den kompletten Einband trocknen und widmet euch der Füllung 😀 Hierzu nehmt ihr jeweils 5 der 10 DIN A 4 Blätter und faltet sie in der Mitte, sodass ihr am Ende zwei Stapel à 5 gefalteter DIN A 4 Blätter habt. Jetzt wird es etwas knifflig. Nehmt Nadel und Faden und näht die einzelnen Stapel zusammen! D.h. ihr nehmt die Nadel und stecht durch die Falz der gefalteten 5 Seiten und 2cm weiter in der Falz stecht ihr wieder durch, sodass ihr auf der Rückseite einen Knoten machen könnt. Alle Unklarheiten beseitigt? Dann macht das ganze doch direkt drei Mal, einmal unten an der Falz, in der Mitte und oben. Und für den anderen Blätterstapel auch direkt.

Einband und Inhalt zusammenbringen

Nun müsst ihr das Ganze nur noch zusammenfügen. Klebt die oberste Seite des 1. Papierstapels dazu auf den vorderen Einband, so, dass die gefalteten Blätter mit der Falz an eurem Stück Stoff, also dem Buchrücken anliegen. Das letzte Blatt des 1. Papierstapels klebt ihr dann an das 1. Blatt des 2. Papierstapels (so habt ihr zwar eine doppelt dicke Seite in der Mitte, aber mehr Stabilität). Und das letzte Blatt des 2. Papierstapels klebt ihr an den hinteren Deckel. Fertig! Das ganze kommt zum Trocken eingepresst zwischen ein paar Schwere Bücher. Jetzt heißt es: schön verzieren und mit Inhalt füllen.

Die Statistik

Nun das Wichtigste: Pro Seite und Tag kommt nun eine Statistik. Also wie viele der 50 000 Wörter habt ihr an dem Tag geschafft zu schreiben? Wie viel Prozent sind das vom Gesamtziel? Manche fügen auch noch eine Kaffeestatistik ein oder eine Schlafstatistik. Dem ist also auch keine Grenze gesetzt 😀

So, das war meine kleine Anleitung, ich hoffe, man wird einigermaßen schlau draus, sonst schaut euch nochmal die Videos und die Website an, die ich oben verlinkt habe. Habt ihr auch ein Scrapbook (für den aktuellen oder für frühere NaNos?). Seid ihr ihm treu geblieben? Und habt ihr selber eins gebastelt (Ich habe ein wenig unterschlagen, dass man auch einfach ein normales Schreibheft nehmen kann, das hat nämlich genau 32 Seiten zum Beschriften, heißt es eignet sich auch super :D)?

Wie schreibt man einen Pitch?

Heute wollte ich mich mal näher mit dem Pitch oder auch der Log Line eines Manuskripts auseinandersetzten. Wie ich im letzten Blogeintrag zu dem Thema schon erläutert habe, ist ein Pitch eine Zusammenfassung der Geschichte in ein oder zwei Sätzen, manchmal einem winzigen Absatz.  Der Pitch soll Geschmack auf die Geschichte machen. Inhaltlich spezifiziert der Pitch das Genre, stellt den Hauptcharakter und den Konflikt vor und kann/soll/muss in einer offenen Frage enden. Der Pitch dient der Vermarktung der Geschichte an einen Lektoren und ersetzt natürlich keine komplette Inhaltsangabe. So weit die Wiederholung 😉

Wie fange ich an?

Für den Pitch eigenen sich verschiedene Sachen. Zum einen das Besondere einer Geschichte. Das, was die Geschichte herausstechen lässt und neuartig macht. Ganz automatisch will der Leser dann wissen, wie es weitergeht und wie diese neue Idee umgesetzt wird. Oder, die zweite Alternative, man fängt einfach mit dem Anfang an. Mit der Ausgangssituation. Das Ereignis, was den ganzen Rest ins Rollen bringt. Außerdem wird/ werden  der Hauptcharakter / die Hauptcharaktere eingeführt. Zusätzlich sollte man einen Ausblick auf die Geschichte geben, also was wird im weiteren Verlauf noch alles passieren?

Unterschied zwischen sachlichen und reißerischen Pitchs

Es gibt auch bei einem Pitch noch einmal einen Unterschied. Zum einen gibt es sachliche Pitchs (wie ist denn da die korrekte Mehrzahl? Pitches, Pitchis? Ich weiß es nicht :D) und es gibt die reißerischen, aufmerksamkeitshaschenden. Die sachlichen erzählen ganz nüchtern das Ende der Geschichte, ebenfalls in einem Satz dann. Die anderen enden eher mit einer offenen Frage oder einer Andeutung. Welchen man wählt, ist einem selbst überlassen und sollte dem eigenen Geschmack entsprechen. Für Inspiration kann man auch gerne mal in der Fernsehzeitung blättern oder auf DVD Covern nachlesen – oft haben die keine kurze Inhaltsangabe, sondern eher einen Pitch als Beschreibung.

Übrigens, um die Verwirrung komplett zu machen: manchmal wird der sachliche Pitch auch Log Liner genannt und der „reißerische“ dann nur Pitch. Jedoch sind diese Fachbegriffe nicht genormt.

Die Struktur

Also, was haben wir nun?  Und was brauchen wir?

  1. Einen Satz über den Beginn der Geschichte, in dem die Hauptfigur vorgestellt wird
  2. Was passiert in der Geschichte? Eine Beschreibung des zentralen Konflikts in 1 -2 Sätzen
  3. Wie endet die Geschichte? Erzählen wir es sachlich (1 Satz) oder stellen wir eine offene Frage?

Wichtig ist, dass wir uns bei der Beschreibung nicht in Allgemeinheiten versenken lassen. Denn wie oben schon erwähnt: es gilt, das Besondere herauszuarbeiten. Und wenn es nur ein Detail ist, aber das muss erwähnt werden.

Okay, soweit nun die Theorie. Ihr wisst, ich bin auf dem Gebiet auch noch neu und habe vorher auch noch nie einen Pitch geschrieben. Ich habe es jetzt mit meinem Projekt mal probiert und möchte euch verschiedene Varianten vorstellen. Ich freue mich über euer Feedback und eure Kritik!

Also, Nummer 1:

Die drei Jugendlichen Eric, Marlon und Valerie dürfen als erste das neue Horror-Spiel Silent despair ausprobieren. Das Besondere: in Silent despair spielen die Drei in einer virtuellen Realität, beobachtet von einem Fernsehpublikum. Gemeinsam müssen sie Rätsel lösen und sich durch die verschiedenen Level einer alten Villa spielen – doch sie sind nicht alleine.

Okay. Also die Ausgangssituation: 3 Jugendliche dürfen ein Horrorspiel spielen, in dem sie in einer virtuellen Realität sind. Was müssen sie dort tun: Rätsel lösen und sich durch die Villa spielen. Und das Ende? Hab ich noch nicht verraten, sondern nur, dass es in der Villa einen Gegenspieler gibt. Dieser Pitch gefällt mir aus mehreren Gründen nicht: die wirkliche Story (das, was in der Villa passiert, der Background, der wichtig für die Lösung ist, der Konflikt der Geschichte) bleibt komplett im Verborgenen. Ich finde ihn zu oberflächlich.

Neuer Versuch, Nummer 2:

Die drei Jugendlichen Eric, Marlon und Valerie dürfen als erste das neue Horror-Spiel Silent despair ausprobieren. Das Besondere: in Silent despair spielen die Drei in einer virtuellen Realität, beobachtet von einem Fernsehpublikum. Level um Level müssen sich die Drei durch eine alte Villa kämpfen, die ein dunkles Geheimnis birgt. Und schnell wird klar: es ist mehr, als nur ein Spiel.

Ihr seht, die ersten beiden Sätze habe ich so gelassen, weil sie die Ausgangssituation recht sachlich beschreiben. Das Ende gefällt mir jetzt ein bisschen besser, es wird eine vage Andeutung gemacht, dass sich mehr hinter der ganzen Sache verbirgt. Von einem sachlichen Pitch, der also ganz genau das Ende verrät, habe ich mich abgewandt, ich denke, die Hintergrundgeschichte ist dafür zu komplex (auch wenn man ja sagt, dass man alles runterbrechen können muss…mhmm..). Aber irgendwie mag ich dieses offene Ende auch gerne.

Nummer 3:

Drei Jugendliche. Gefangen in der virtuellen Realität einen Horror-Spiels. Nur, wenn sie das Rätsel der alten Villa und um Amy lösen, haben sie eine Chance zu gewinnen. Doch schnell wird klar, dass viel mehr auf dem Spiel steht. Und dass jemand alles tut, um die Drei davon abzuhalten. Das Spiel beginnt!

Ein sehr sehr reißerischer Pitch, zu extrem für meinen Geschmack eigentlich. Was mir gut gefällt: es kommt Spannung auf. Nicht so gut: schon im zweiten Satz verrate ich einen der Haupttwists: die drei werden in dem Spiel gefangen, aber das wird erst gegen Ende des 1. Drittels des Manuskripts klar. Ich greife also total vor. Darf man das? Ich weiß nicht, aber es kommt mir nicht richtig vor. Die Andeutungen am Ende gefallen mir wieder: es wird deutlich, dass sie einen Antagonisten haben und dass die drei Jugendlichen das Spiel durchziehen müssen, um hinter das Rätsel zu kommen.

Nummer 4, der noch mehr verrät:

Die drei Jugendlichen Eric, Marlon und Valerie dürfen als erste das neue Horror-Spiel Silent despair ausprobieren. Doch während sie sich durch die virtuelle Realität bewegen, wird ihnen langsam klar, dass es mehr ist als ein Spiel: Sie sind gefangen in einer Geschichte, die vor vielen Jahren wirklich stattgefunden hat, und in der sie nun für die Vergehen ihrer Eltern büßen sollen.

Da ist der letzte Satz vielleicht schon zu viel Info?

Ihr seht, einen Pitch schreiben, ist schwieriger als es anfangs aussieht 😀 Deshalb brauche ich auch eure Hilfe. Welchen findet ihr am besten und warum? Oder ein Mischmasch aus allen drei? Oder ist es einfach komplett Schrott und ihr habt einen ganz alternativen Vorschlag? Habt ihr schon einmal einen Pitch geschrieben? Würdet ihr ihn vielleicht hier in die Kommentare posten? Oder schreibt ihr gerade an einem Projekt und möchtet eure Ideen für euren eigenen Pitch hier mal zur Diskussion stellen? Ich würde mich freuen!

Pitch, Exposé, Zielgruppe – was ist was?

Im ersten Teil meiner Serie zum Thema Veröffentlichung möchte ich erst einmal eine Übersicht über die ganzen Begriffe und Definitionen schaffen, damit auch klar ist, worüber wir immer genau reden und worüber wir uns gerade austauschen. Die Erklärung dieser Begriffe habe ich aus dem Internet oder aus diversen Schreibratgebern gefischt. Wenn ihr eine andere Definition kennt, dann zögert nicht, die in den Kommentaren zu erwähnen! Okay, los geht’s!

Pitch oder auch Log Line

Ein Pitch fasst die komplette Geschichte in einem oder zwei Sätzen zusammen, höchstens in einem Mini-Absatz. Er soll Geschmack auf die Geschichte machen. Inhaltlich spezifiziert der Pitch das Genre, stellt den Hauptcharakter und den Konflikt vor und kann/soll/muss in einer offenen Frage enden. Der Pitch dient der Vermarktung der Geschichte an einen Lektoren und ersetzt natürlich keine komplette Inhaltsangabe.

Kurzexposé

Ein Kurzexposé ist eine sehr kurze Inhaltsangabe des Manuskripts. Es kann ebenfalls offen enden und ist deshalb eher mit einem Klappentext vergleichbar. Ich weiß nicht, ob es Sinn macht, sowohl eine Log Line als auch ein Kurzexposé zu verwenden, denn die beiden scheinen die gleiche Aufgabe zu erfüllen: Lust auf die Geschichte machen.

Die Inhaltsangabe

In jedem Exposé muss es eine ausführliche, komplette Inhaltsangabe geben. Hier kam ich das erste Mal ins Straucheln, denn oft wird gerade diese sehr ausführliche Inhaltsangabe synonym mit dem Wort Exposé verwendet. Alternativ werden unter dem Namen Exposé aber auch verschiedene einzelne Bestandteile zusammengefasst (eine Übersicht davon folgt deshalb gleich). Die Inhaltsangabe dient dazu, die komplette Geschichte (mit Anfang, Mittelteil UND Schluss) zu erzählen und sämtliche Wendungen, Geheimnisse und die grundlegende Logik zu erläutern. Am Ende sollte keine Frage mehr offen bleiben. Die Entwicklung der Figuren sollte ebenso rüberkommen wie der Spannungsaufbau. Dem Schreiben und Erstellen der Inhaltsangabe werde ich mich später noch ganz ausführlich widmen.

Personenliste

Eine Personenliste stellt die wichtigsten Charaktere vor (als Beschränkung habe ich jetzt maximal 5 gefunden) und beschreibt ihre Entwicklung und ihre Motivation in der Geschichte.

Zielgruppe

Unter dem Aspekt Zielgruppe versteht man eine Definition der Leserschaft seines Manuskripts. Wenn man sein Manuskript an einen Verlag schickt, kann eine kurze Beschreibung der Zielgruppe nicht schaden.

Hintergrund

Gerade wenn man einen historischen Roman schreibt oder vielleicht auch einen fantastischen und es Hintergrundinformation benötigt, um diesen zu verstehen, dann sollte man diese Info kurz in einem eigenen Absatz zusammenfassen. Aus Ermanglung eines besseren Begriffs nenne ich das jetzt einfach mal „Hintergrund“.

Zusammengefast sollten in einem Exposé also folgende Sachen erwähnt werden:

  • Informationen zum Autor (Name, Alter)
  • Arbeitstitel des Manuskripts (oft gekennzeichnet durch den Titel und einem [AT] dahinter in Klammern
  • Genre (möglichst genau formuliert)
  • Zielgruppe
  • Länge des Manuskripts in Normseiten
  • Personenbeschreibung
  • Wer mag einen Pitch oder ein Kurzexposé
  • Eine vollständige Inhaltsangabe (WICHTIG WICHTIG)
  • Hintergrund (Erklärung)

Im nächsten Teil der Serie wird es zunächst einmal um den Pitch oder eben die Log Line gehen und ich werde versuchen mit meinem eigenen Manuskript einige Beispiele zu generieren.